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"Bertl" - Ein ganz besonderer Weihnachtsbaum

Der Frankfurter Weihnachtsbaum zieht in diesem Jahr alle Blicke auf sich. Aber nicht weil er besonders groß oder schön wäre. Ganz im Gegenteil. Transport und Aufbau kosteten ihn elf Meter in der Höhe, beim Aufrichten büßte er einen beachtlichen Teil seiner Äste ein. Stehen bleiben durfte er dennoch und sorgt nun mit seinem Aussehen für Spott in der Bevölkerung.

Dabei übersehen Kritiker vielleicht einen wichtigen Punkt: Sein Zustand verkörpert im Grunde Weihnachten viel besser, als es jeder perfekt geformte und geschmückte Baum je könnte.

Denn Weihnachten ist kein Fest einer „heilen Welt“. Weihnachten ist auch nicht Lichterglanz und Lametta. Zuallererst ist Weihnachten eine Krippe in einem Stall. Eine arme Familie, Mangel, Strapazen. Und es ist die Geburt von Jesus. Der Sohn Gottes, der bewusst in unsere kaputte Welt kommt. Damals wie heute gibt es Krieg, Hunger, Hass und Zerstörung und im Zwischenmenschlichen Streit, Neid, Betrug.

Jesus kam, „um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“* Und damals wie heute sucht er Menschen, die um ihr kaputtes Leben wissen und Frieden mit Gott suchen. Menschen, die merken, dass sie alleine nicht weiter kommen und Gottes Hilfe brauchen. Und Menschen, die einsehen, dass sie andere verletzt haben und Vergebung nötig haben.

Für solche Menschen soll Weihnachten ein Freudenfest sein. Es soll ein Licht sein in einer kaputten Welt. Genau diese Botschaft bringt dieser Baum ziemlich gut zur Geltung.

* (Lukasevangelium, Kap. 19, Vers 10)